Besonderer Teamspirit und Podiumplatz 2

Schon früh im Jahr, als die Planung für die Saison begann, waren die verfügbaren Ligatermine schnell vergeben. Die Verantwortlichen des Verbands hatten sich gedacht, dass die erfahrenen und reiferen Athleten als Highlight eine ausgewachsene Mitteldistanz gut gebrauchen könnten, und setzten als zweites Rennen der Saison den Klassiker am Blausteinsee – den Indeland-Triathlon – in den Kalender.

Mit Raphael, Lutz, Ben und Mehmet war schnell ein schlagkräftiges Team formiert. In dieser Besetzung waren die Erwartungen an eine starke Mannschaftsleistung entsprechend hoch.

Aber halt: Plane niemals eine Masters-Mannschaft, ohne dich rechtzeitig um Ersatz zu kümmern. So kam es, wie es kommen musste, und die ursprüngliche Formation flog der dem Teamcaptain Eva um die Ohren.

Nachdem Ben noch ein hervorragendes Mitteldistanzrennen in Italien absolviert hatte, musste er seine Zusage aus persönlichen Gründen zurückziehen. Das stellte zunächst kein großes Problem dar, da Jörn bereits als Back-Up eingeplant war. Die nächste Herausforderung ließ jedoch nicht lange auf sich warten, denn auch ich musste meinen Start infrage stellen, weil sich eine Verletzung hartnäckiger hielt als gedacht. Da für die Mannschaftswertung nur drei Athleten das Ziel erreichen müssen, wäre auch das noch machbar gewesen. Leider stürzte Jörn kurz vor dem wichtigen Wochenende mit dem Rad, sodass die Mannschaft plötzlich nicht mehr wertungsfähig gewesen wäre.

Umso begeisterter bin ich vom Einsatz innerhalb der Mannschaft. Sowohl Lillo als auch Anne erklärten sich spontan bereit, das Team zu unterstützen, damit die Masters weiterhin in der Wertung bleiben konnten.

Am Renntag selbst entschied ich mich, die Mannschaft zumindest mental zu unterstützen, und fuhr mit dem Rad von Köln nach Alsdorf. Was mich dort erwartete, hat mich wirklich aus den Socken gehauen: Mehrere Vereinsmitglieder hatten sich auf den Weg gemacht, um die Masters bei einem der heißesten Rennen des Jahres anzufeuern.

Auch wenn der Veranstalter die Laufstreckenführung angepasst hatte und die Athletinnen und Athleten im Ort mehrfach die Möglichkeit hatten, sich etwas abzukühlen, war der Halbmarathon unter diesen Bedingungen eine absolute Tortur. Mit riesigem Einsatz erreichten schließlich alle vier Starter das Ziel und wurden dafür mit dem zweiten Platz in der Tageswertung belohnt.

Mit diesem Teamgeist und diesem Mindset macht Mannschaftssport gleich doppelt Spaß. Was anfangs wie eine kleine Katastrophe aussah, entwickelte sich am Ende zu einem wunderbaren Beispiel dafür, was echter Teamspirit bewirken kann – und wurde am Ende verdient belohnt.

Mehmet Kloss

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